Förderung deutscher Forschung zu GOCE

Forschungsarbeiten deutscher Institute und Gruppen zu den aktuellen Schwerefeldmissionen und ihren Anwendungen wurden bisher hauptsächlich vom BMBF und der DFG gefördert. Die wichtigsten werden hier erwähnt:

Im Rahmen des Geotechnologieprogramms werden physikalische, geologische, chemische und biologische Prozesse und Wechselwirkungen zwischen Geosphäre, Kryo- und Hydrosphäre, Atmosphäre und Biosphäre untersucht.

GOCE GRAND gehört zum Thema „Beobachtung des Systems Erde aus dem Weltraum" des Geotechnologieprogramms des BMBF. Dieses Forschungsprogramm befindet sich nun in der zweiten Förderphase. Die Ergebnisse der ersten Phase wurden in dem Buch Future Satellite Gravimety and Earth Dynamics1)zusammengefasst.

 

Es bildet seit dem Jahr 2002 ein wichtiges Standbein der deutschen Forschung zu GOCE.

Im Rahmen des BMBF-Programms Meeresforschung und Polarforschung könnten sich weitere Fördermöglichkeiten ergeben. GOCE trägt sowohl zur Modellierung der Ozeanzirkulation als auch zum Studium der Eisgebiete und deren Massenbilanz bei und damit zu klimarelevanter Forschung. Daneben fördert das BMBF maßgeblich deutsche Großforschungseinrichtungen, die in der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren (HGF) zusammengefasst sind.
GFZ, AWI und DLR gehören zum Beispiel dazu. Relevant für GOCE-Anwendungen ist das Programm Erde und Umwelt, für das AWI und GFZ eine zentrale Rolle spielen.

Eine Reihe von GOCE-Anwendungen sind im DFG-Schwerpunktprogramm 1257, Massentransporte und Massenverteilung im Erdsystem integriert (Laufzeit 2006-2012). Dieser Schwerpunkt fördert insbesondere die komplementäre Nutzung von Satellitendaten der Missionen CHAMP, GRACE und GOCE sowie der Satellitenaltimetrie. Beobachtungen des Schwerefeldes und der Geometrie der Erdoberfläche werden hier kombiniert, um Transportprozesse in Ozean, kontinentaler Hydrologie, Eis und fester Erde zu bemessen und deren Dynamik zu verstehen. Geodäten, Ozeanographen, Geophysiker, Hydrologen und Glaziologen arbeiten in diesem mit 11,8 Millionen Euro geförderten Programm eng zusammen.

Die ESA finanzierte bereits im Rahmen der Missionsvorbereitung eine Reihe von Vorstudien zur Machbarkeit und erwarteten Ergebnissen von GOCE-Anwendungen. Auch an den Arbeiten zur Entwicklung und Implementierung der Komponenten des GOCE-Prozessierungssystems für die ESA sind unter dem Dach des European GOCE Gravity Consortium EGG-C zahlreiche deutsche Institute beteiligt.

Weitere Information unter:

1) Future Satellite Gravimety and Earth Dynamics, Jacob Flury und Reiner Rummel (Hrsg), Springer 2005