GOCE beginnt seine Messungen
GOCE hat mit seiner Messkampagne begonnen. Mit bisher
unerreichter Genauigkeit misst er die winzigen Unterschiede im Schwerefeld der
Erde.
Vor Beginn der Messperiode wurde der Satellit eingestellt und kalibriert, um sicher zu stellen, dass alle Systeme planmäßig arbeiten. Diese Tests umfassten vor allem das Ionentriebwerk, das den Satelliten erschütterungsfrei auf Kurs hält und das Hauptmessinstrument GOCEs, das hochempfindliche Gravitationsgradiometer, das den „Sog" der Erde misst.
Während der Kalibrierungsphase wurde der Satellit über seiner eigentlichen Messlaufbahn gehalten. „Man würde solch einen Satelliten nicht von Anbeginn auf seine endgültigen Umlaufbahn setzen wollen. Wir brauchten Zeit, den Satellit zu prüfen ohne zu riskieren, dass er zu tief sinkt und das Ionentriebwerk den Luftwiderstand nicht mehr kompensieren kann", erklärte Michael Fehringer, GOCE-Systemmanager bei der ESA.
GOCE wurde daher ganz allmählich bis zum 13. September auf seine derzeitige „Arbeitshöhe" von 255 Kilometern gebracht.
Gut für die Mission wirkt sich die gegenwärtige geringe Sonnenaktivität aus, die ein ruhigeres Umfeld für GOCE bedeutet. Die Arbeitsflughöhe konnte so um einige Kilometer niedriger als ursprünglich geplant gewählt werden - dadurch werden die Messungen noch präziser.
Globale Schwerefeldgradienten aus Simulationen ermittelt (ESA)
Mit Abschluss der Kommissionierungs- und Kalibrierungsphase ist der nächste wichtige Meilenstein der Mission erreicht. Zweimal sechs Monate wird GOCE nun ununterbrochen das Schwerefeld der Erde vermessen und so ein einmalig genaues Modell des Geoids, der Oberfläche eines idealen globalen Ozeans im Ruhezustand ermitteln.

