Der GOCE-Projektstatus im April 2008
Wenn es nur auf den Satelliten ankäme, wäre GOCE offiziell seit dem 11. April startklar.
Ende März war der GOCE-Satellit bereit für den Transport zu seiner Abschussbasis in Plesetsk/Russland. Zuvor hatte er den letzten Durchlauf der Systemvalidierungstests erfolgreich absolviert, der Austausch von Kommandos/Telemetrie zwischen der Flugüberwachung bei ESOC in Darmstadt und dem Satelliten bei ESTEC verlief reibungslos.
Als letzter Schritt für die Freigabe wurde am 11. April schließlich die Flight Acceptance Review für GOCE abgeschlossen. Für das Bodensegment war die Freigabe bereits Ende Februar erfolgt.
Das GOCE-Akzelerometer ist mit einem 25 mm langen und 5µm "dicken"
Golddraht kontaktiert. (ESA)
Zwei Probleme hatte es in den letzten drei Monaten gegeben: Zum einen war eines der beiden SST-Instrumente nach Tests demontiert und zum Hersteller zurückgesandt worden. Hier kam es zu einer Fehlbedienung, so dass ein Mil-Bus-Controller-Chip ausgetauscht werden musste. Nun musste ein Zeitfenster gefunden werden, um den Chip wieder in den Satelliten zu montieren. Dadurch verzögerte sich der Ablauf etwas. Im Januar gab es ein weiteres Problem beim Gradiometer: Beim Test der sechs Beschleunigungsmesser (Akzelerometer) vor der Montage fiel an einem Akzelerometer der Golddraht aus. Eine Task-Force arbeitete sofort an der Ersetzung des Akzelerometers durch ein Ersatzteil. Auch wurde die Pico-Coax-Verkleidung, die die Ursache für das Versagen war, ersetzt. So verzögerte sich am Ende die Testphase kaum.
Gravierender wirkt sich für das Projekt das Versagen der oberen Breeze-Stufe beim Start einer russischen Proton-Rakete am 15. März aus. Die Russische Staatskommission hat daraufhin erst einmal alle Breeze-Programme, so auch die Starts der Rockot-Raketen, die auch Trägerrakete für GOCE ist, ausgesetzt. Dadurch muss für den Start von GOCE mit einer Verzögerung von mindestens zwei Monaten gerechnet werden.
Der Satellit entkoppelt sich von der oberen Breeze-Stufe (ESA-AOS-Medialab)

